Archiv der Kategorie: かざぐるまデモ

Bericht zur Kazaguruma-Demo am 11.3.2017 in Berlin

Letztes Jahr zum 5. Jahrestag von Fukushima und zum 30. Jahrestag von Tschernobyl haben wir eine Reihe von verschiedenen Veranstaltungen unter dem Titel „Protestival“ organisiert, womit wir durchaus zufrieden waren, aber der Aufwand war entsprechend groß, sodass ich nach dem Ende aller Veranstaltungstermine krank geworden war.  Daraus musste man die Lehre ziehen, dass man als so eine kleine Gruppe nicht so oft größere Veranstaltungen auf einmal planen kann.

Deshalb wollten wir dieses Jahr zum 6. Jahrestag von Fukushima „nur“ eine Demonstration organisieren, dafür aber eine feine, gut durchdachte, harmonische und mit einem guten Programm.

Immerhin haben wir seit 2013 jedes Jahr zu diesem Jahrestag eine Demo organisiert und haben bereits eine Reihe von positiven Erfahrungen gesammelt, aus den Fehlern gelernt und gute Beziehungen mit einigen Kooperationspartnern aufgebaut.  Seit vier Jahren ist es sogar „Tradition“, mit unserem Symbol für eine nuklearfreie Zukunft, Windrädern – Kazaguruma –, durch die Innenstadt von Berlin zu ziehen.  Außerdem fällt der 11.3. dieses Jahr auf einen Samstag.  Da müssen wir unbedingt an dem Tag demonstrieren, so waren wir uns gleich einig.

Als erstes fingen wir damit an, mit unseren Partnern – Natur Freunde und Anti Atom Berlin – darüber zu besprechen.  Sie waren wieder dabei, wir können uns inzwischen sehr gut verständigen  und kommunizieren.  Ich habe gleichzeitig Herrn Christoph Rasch von Greenpeace Energy – einem unserer wichtigsten Sponsoren von „Protestival“ letztes Jahr – kontaktiert, und er meldete sich gleich bei mir zurück, dass sie auch dieses Jahr gern mit dabei seien.  So haben wir gemeinsam einen Text ausgearbeitet, den wir als Appel für die Demo im Flyer drucken wollten.

Gestaltung des Plakates/Flyers

Im Herbst letzten Jahres haben einige Mitglieder von SNB mit einem „Stammtisch“ für Japaner/Japanisch-sprechende einmal im Monat angefangen, und dort haben sie den jungen Künstler Daichi Matsusaki kennengelernt, der sich uns gleich angeschlossen hat.  Da wir alle von seinen farbenfrohen und dynamischen Bildern begeistert waren, haben wir ihn gefragt, ob er nicht Lust hätte, für die nächste Demo ein Bild für das Plakat zu malen.  So entstand das schöne Bild, das bei allen gut angekommen ist mit einem Motiv, das an unser Symbol Windrad erinnert.

Aya.Berlin hat dann dieses Bild zum Plakat und zum Flyer bearbeitet.  Dieses Jahr habe ich an einigen Stellen in Kreuzberg das Plakat auf der Straße entdeckt und mich sehr gefreut, nicht nur weil für unsere Demo gut geworben wurde, sondern weil das Plakat eine Augenweide war.  Unser Dank gilt Daichi und Aya.Berlin! Wir sind auch stolz, dass so viele Mitunterzeichner zusammengekommen sind.

Kazaguruma-Bastel-Workshop

Kazaguruma-Bastel-Workshop am 25.02.2017

Dann haben wir natürlich einen traditionellen „Windräder-Bastel-Workshop“ organisiert.  Dieses Jahr haben wir durch Jan von der TU tolle Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen, und dort haben wir fleißig über 400 Windräder gebastelt (näheres siehe Bericht unter http://snbblog.sundayresearch.eu/?p=3567).  Durch unser Mitglied Ememe haben wir dieses Jahr Kontakt mit W. aufgenommen, der einen großen Bus besitzt  und bereit war, uns bei dem Transport der Windräder behilflich zu sein.  Er hat tatkräftig und sehr freundlich geholfen, alle gebastelten Windräder in meinem Keller zu verstauen und sie wieder am Tag der Demo zum Treffpunkt zu bringen.  Bis letztes Jahr hatten wir diese nicht einfache Arbeit (weil die Windräder so unhandlich sind) Minami überlassen, obwohl sie nur einen PKW mit einer größeren Ladefläche hatte.  Es ist uns aber dieses Jahr erneut bewusst geworden, dass es unumgänglich ist, um diese Menge Windräder gut zu transportieren, so einen großen Transporter zu haben.  Also sollten wir in der Zukunft immer so einen Bus/Transporter für den Transport der Windräder organisieren, mit einem normalen PKW sollte man es gar nicht mehr versuchen.

Programm – Redner und Performance

Wir wollten wieder ein gutes und bunt gemischtes Programm haben und haben überlegt, welche Themen unbedingt dieses Jahr auf der Demo besprochen werden sollten.  Fest stand vom Anfang an aber, dass Bodypoet Kazuma wieder eine Tanzperformance anbieten sollte, das ist bereits das „Markenzeichen“ unserer Demo und darf nicht fehlen.  Dieses Jahr gab es aber noch eine zusätzliche Kunstperformance von Daichi.  Er sollte kurz vor dem Start der Kundgebung am Gendarmenmarkt innerhalb von 30 Minuten ein Bild fertig malen und dadurch die Aufmerksamkeit des Publikums auf das Geschehnis auf dem Platz ziehen.

Ruiko Muto

Außerdem wollten wir ursprünglich am Brandenburger Tor, dem Ziel des Demozuges, einen Infostand aufbauen, an dem wir eventuell die Fotos von den Fotographen Hirokawa  und Higuchi mit den Captions zeigen und ein paar Informationen über die aktuelle Lage in Fukushima u.a. geben könnten, aber wir haben auf die Idee schlussendlich verzichtet, da wir feststellen mussten, dass wir dafür nicht genügend Kapazitäten haben.  Dafür haben wir die Botschaft von Frau Ruiko Muto (Sprecherin der Klägergruppe gegen Tepco) übersetzt (mithilfe von Annette Hack), die wir dann auf der Demo vorlesen und in gedruckter Form verteilen wollten.  Ich denke, es war eine gute Entscheidung, denn es ist eine authentische Stimme aus Fukushima und niemand hätte über die aktuelle Lage nach sechs Jahren so gut berichten können wie sie.

Hier die Botschaft von Ruiko Muto in deutscher Übersetzung: Kazaguruma-demo2017 Brief von Ruiko Muto de

 

Elisabeth Hafner-Reckers ©Tsukasa Yajima

2017 ist ein wichtiges Jahr für die deutsche Antiatombewegung, da der Widerstand von Gorleben heuer genau 40 Jahre alt wird.  Deswegen wollte ich unbedingt jemanden von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg gewinnen.  Da ich letztes Jahr eine gute Verbindung zu dieser Gruppe aufgebaut habe, teilte ich ihnen einfach direkt mit, dass jemand von ihrer Gruppe in  Berlin auf der Demo über den Kampf in Gorleben seit 40 Jahren sowie im Hinblick auf die bevorstehende Verabschiedung des Endlagergesetzes ihre Botschaft geben soll.  So hat sich Elisabeth Hafner-Reckers, stellvertretende Vorsitzende der BI Lüchow-Dannenberg, bereit erklärt, am 11.3. extra aus dem Wendland nach Berlin zu kommen.  Ich habe sie letztes Jahr im Wendland kennengelernt und sogar bei ihr übernachtet –  sie hat ein sehr gemütliches Gasthaus , sie ist eine sehr bodenständige und sympathische Yoga-Lehrerin, die unweit des Endlager-Erkundungsbergwerkes Gorleben seit 1990  jeden Sonntag mit der dortigen Kirchengemeinde einen Gottesdienst im Freien (auch im Winter) hält.  Diese Andacht gehört schon längst zum festen Repertoire des Widerstandes im Wendland, und Elisabeth ist vom Anfang an dabei.  Sie war am Tag der Demo aus dem Wendland mit dem Zug angereist, hat die Demo mitgemacht, eine wunderbare, starke Rede gehalten, und ist anschließend wieder abgereist, da sie noch den Yoga-Kurs zu leiten hatte. Ihre Worte waren so erfrischend, stark – da authentisch – und inspirierend wie viele kreative Protestaktionen im Wendland.  Vielen Dank, Elisabeth!

Hier ist ihre Rede zu lesen:Kazaguruma-demo2017 Rede von Elisabeth Hafner de

 

Thomas Dersee ©Tsukasa Yajima

Ein anderes Anliegen war das Thema um die Gefahren radioaktiver Niedrigstrahlung und den Umgang mit dem niedrigradioaktiven Atommüll.  Da wusste ich gleich, wer am besten darüber sprechen kann: unser Freund Thomas Dersee, Herausgeber von Strahlentelex.  Er hatte uns oft vom gefährlichen Umgang mit niedrigradioaktiv verseuchtem Metall in Deutschland erzählt, dass wir ohne zu wissen Bratpfannen oder Zahnspangen aus radioaktivem Metall angeboten bekämen, usw.  Es war uns wichtig, dass jemand über dieses Thema spricht, damit die Bürger sich bewusst machen, dass auch in Deutschland Gefahr lauert. Thomas hat dieses Thema sehr anschaulich behandelt:

Die Rede von Thomas Dersee:Kazaguruma-demo2017 Rede von Thomas Dersee de

 

Christoph Rasch ©Tsukasa Yajima

Greenpeace Energy kämpft weiter in Europa gegen eine „Renaissance der Atomenergie“, indem sie vor allem gegen die Subventionen für das AKW Hinkley Point C klagen.  Der Pressesprecher Christoph Rasch, der letztes Jahr unser Protestival tatkräftig unterstützt hat, hat dieses Jahr auf der Demo über die gefährliche Entwicklung der Atompolitik in Europa eine zusammenfassende Rede gehalten:

Hier die Rede von Christoph Rasch:Kazaguruma-demo2017 Rede von Christoph Rasch de

 

der Demozug      ©Tsukasa Yajima

Dieses Jahr haben wir eine kürzere Demoroute ausgesucht, weil wir unbedingt die etwas triste Leipziger Straße in der bisherigen Route zwischen dem Potsdamer Platz und dem Brandenburger Tor vermeiden wollten.  Bei der Überlegung wollten wir aber das Brandenburger Tor als Symbol und Mittelpunkt der Stadt Berlin als Ziel behalten.  Dann erwies es sich als nicht so leicht, eine gute Demoroute zu finden.  Schließlich haben wir uns auf die Route mit dem Gendarmenmarkt als Treffpunkt und dem Brandenburger Tor als Ziel geeinigt.  Nach der Demo gab es zwar einige, die sagten, die Demoroute sei etwas zu kurz gewesen, aber ich persönlich fand sowohl den Treffpunkt Gendarmenmarkt als auch das Ziel Brandenburger Tor gut, da sie erstens beide Touristenattraktion sind und daher viele Menschen da sind, zweitens die Stadt Berlin mit ihrer Kultur und Geschichte dort gut repräsentiert ist.  Sicher hätte die Route etwas länger sein können, aber der Demozug ist zum Beispiel in der Französischen Straße auf eine sehr gute Resonanz gestoßen, viele Touristen und Passanten haben uns fotografiert, die Windräder bekommen und uns mit einem Lächeln zugeschaut, was will man mehr?

Bodypoet & Mad World Dance Project ©Tsukasa Yajima

Am Brandenburger Tor angekommen, war die Tanzfläche für Kazuma und seine Tanzgruppe „Mad World Dance Project“ von ein paar Mitgliedern von uns bereits vorbereitet, und relativ zügig konnte man zum Abschlussprogramm übergehen.  Kazuma und seine Tänzer haben dieses Jahr eine schlichte, aber kräftige Performance mit politisch- und gesellschaftskritischen Botschaften aufgeführt, wie etwa das „typisch japanische“ Phänomen, dass der einzelne Mensch in der Masse und in der Mehrheit verschwindet.

Bild von Daichi Matsusaki(links), Trommler Fumihiro Ono(rechts) ©Tsukasa Yajima
ⒸTsukasa Yajima

Unsere Kazaguruma-Demo 2017 ist auf diese Weise zügig und harmonisch über die Bühne gegangen, starke Redner, aussagekräftige Transparente und viele gelbe Windräder, zwei Performances am Anfang und am Ende.  Übrigens wäre das Bild, das Daichi vor der Kundgebung auf dem Gendarmenmarkt gemalt hat, gegen Spende abzugeben. Wer daran Interesse hat, kann uns gerne kontaktieren: sayonara-nukes-berlin[at]posteo.net

 

Symbol für eine Zukunft ohne Atomkraft ©Tsukasa Yajima

Wir -Sayonara Nukes Berlin -bedanken uns bei allen, die uns bei der Demo unterstützt haben, mit uns gelaufen sind und mit uns waren.  Wir werden weiterhin einen langen Atem haben, kreativ und hartnäckig bleiben bei unserer Forderung nach dem weltweiten Atomausstieg und jedes Jahr mit den Windrädern durch Berlin ziehen mit dem Motto: Fukushima mahnt! Gemeinsam für eine Zukunft ohne Atomanlagen!


Nachrichten:

„Für Zukunft ohne Atomanlagen!“ – Sechs Jahre Fukushima: Demo gegen Atomkraft in Berlin | rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg

Abendschau/ rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg

Demonstration gegen Atomkraft in Berlin | evangelisch.de


Foto:

Tsukasa Yajima


Video:

Nobel & Frei

Mahnwache Kanzleramt


 

Kazaguruma-Demonstration zum 6. Jahrestag von FUKUSHIMA

Sa 11. März 2017 ab 12:00 Uhr
Treffpunkt am Gendarmenmarkt, Berlin

– ab 11:30 Uhr am Gendarmenmarkt Live-Malerei von Daichi Matsusaki mit Perkussion von Fumihiro Ono
– Abschuluss am Brandenburger Tor: Performance von Bodypoet Kazuma Glen Motomura

Für eine Zukunft ohne Atomanlagen!

Sechs Fukushima Jahre Dai-ichi nach der versucht Atomkatastrophe die Atomlobby im Atomkraftwerk die Atomenergie weltweit zu sichern und auszubauen. In ganz Europa sind über 60 Atomkraftwerke schon länger als 30 Jahre in Betrieb, einige sogar schon über 40 Jahre. Um diese Schrottreaktoren weiterbetreiben zu können, wurden die Laufzeiten in vielen Staaten auf bis zu 60 Jahre verlängert. Jederzeit kann sich überall eine Katastrophe wie in Tschernobyl oder Fukushima ereignen. Solange Atomanlagen in Betrieb bleiben, wächst auch die Last der nuklearen Hinterlassenschaften.

Die Folgen der Atomkatastrophe sind für Mensch und Umwelt eine Tragödie. Zehntausende haben ihre Heimat verloren. Obwohl das Gesundheitsrisiko groß ist, will die japanische Regierung nach Dekontaminationstricksereien die Bewohnerinnen und Bewohner wieder in Gebiete mit hoher Umgebungsradioaktivität zurückschicken und sich vor Entschädigungszahlungen drücken. Gleichzeitig steigt die Zahl der Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen immer mehr an.

Auch in Deutschland wurde kein endgültiger Atomausstieg beschlossen. Bis 2023 werden Atomkraftwerke in Betrieb bleiben, die Atomanlagen in Lingen und Gronau sowie die Forschungsreaktoren sollen weiterbestehen. Für den ständig zunehmenden Atommüll wurde bisher keinerlei Lösung gefunden.

Gemeinsam fordern wir:

◆ Stop aller Maßnahmen, mit denen die japanische Regierung Strahlenflüchtlinge zur Rückkehr in verstrahlte Gebiete nötigt. Weiterzahlung von Entschädigungen und Unterstützungsgeldern.
◆ die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen weltweit
◆ die Aufhebung des EURATOM-Vertrags
◆ die Festschreibung eines Verbots der Nutzung von ziviler und militärischer Atomtechnik im Grundgesetz

Demo-Route

3月11日に思う。

11. März.

Meine Gedanke und Gebete sind bei den Menschen in Japan, die durch das Erdbeben, den Tsunami und die AKW Katastrophe betroffen sind.

Dieses Jahr ist der fünfte Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima und der 30. Jahrestag der Katastrophe in Tschernobyl. Die schrecklichen Bilder der Explosion im Atomkraftwerk Dai-ichi in Fukushima sind unvergessen. Billionen an Becquerels an Strahlung gelangten ins Wasser und in den Pazifik. Die japanische Regierung ist überfordert angesichts der Mengen an Atommüll, welcher im Osten Japans lagert.

Da ihre Häuser wegen der Strahlung unbewohnbar sind, leben ungefähr 80.000 Menschen von Fukushima immer noch in Übergangswohnungen. Tschernobyl hat gezeigt, dass auch niedrige Strahlenbelastung über lange Zeit gesundheitsschädigend sein kann. In Deutschland sind acht AKWs in Betrieb und die Unfälle in alternden Atomreaktoren in Belgien werden in den Nachbarländern mit Sorge verfolgt. Auch nach Fukushima ist Europa wieder Gefahren ausgesetzt.

Obwohl verantwortlich für den Unfall, wurde TEPCO nicht offiziell angeklagt. Ohne wirklich von der Katastrophe in Fukushima gelernt zu haben, will die japanische Regierung wieder AKWs in Betrieb nehmen und hat vor kurzem vier Reaktoren gestartet. Nach der Aufhebung des Evakuierungsbefehls in 2017 werden wohl viele der Menschen, die aus Fukushima evakuiert wurden, sich gezwungen fühlen, nach Hause zurück zu gehen. Das bedeutet auch, dass die Regierung dann an sie keine Entschädigungen mehr zahlen muss. Anstatt die betroffenen Menschen weiterhin zu unterstützen, wird Japan 1.8 Billionen Yen (15 Milliarden Euro) für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo ausgeben. Ausserdem verkauft Japan Atomtechnologie an Indien, die Türkei und Japan. Die großen Hersteller von Atomkraftwerken sind darauf aus, im Ausland Profit zu machen, zusammen mit europäischen Firmen.

Eine Stimme aus Fukushima (Interview vom Februar 2016)

Ich bin von meinem Zuhause geflohen und lebe nun 80 km vom AKW entfernt. Wir befinden uns in einem echten Dilemma, da wir schon bald aus unserer Übergangswohnung ausziehen müssen. Politische Entscheidungen zwingen uns dazu, nach Hause zurückzukehren. Ich bin jedoch sehr besorgt wegen der Strahlung und frage mich, ob wir genügend Geld zum Leben verdienen können.

Es macht mich wütend, wenn ich höre, wie Politiker über unsere Heimkehr diskutieren. Ich finde, sie nehmen die Strahlung nicht ernst genug. Die Wohngebiete wurden dekontaminiert und die Regierung hat den Evakuierungsbefehl aufgehoben, da die Strahlenbelastung jetzt weniger sei. Aber wer will denn an einem Ort leben, der voll von Säcken mit radioaktivem Müll ist?

Als Tokio für Olympia 2020 ausgewählt wurde, war Japan voller Begeisterung, ich aber empfand es als ungerecht. Das Leid und der Schmerz der Menschen, die so viel ertragen mussten, wurde komplett ignoriert und die Sendungen im Fernsehen taten so, also ob der Atomunfall gar nicht passiert sei. Ich versuche, nicht an die Olympischen Spiele zu denken und ich schaue auch keine Nachrichten, weil ich glaube, dass sie manipuliert sind.

Wir vergessen so leicht das, was wir nicht sehen. Die unsichtbare Strahlung bedroht unseren Planeten und unser Leben. Den kommenden Generationen ein Erbe von Atommüll zu hinterlassen ist ethisch nicht mehr vertretbar. Atomenergie und Menschen sind nicht kompatibel, das haben Tschernobyl und Fukushima gezeigt. Eine Energiewende alleine in Deutschland ist nicht genug, um globale Probleme zu lösen. So lange nicht alle AKWs stillgelegt und der Abbau von Uran beendet ist, werden wir Gefahren ausgesetzt sein. Wenn Du der Meinung bist, dass Atomkraft unnötig ist, sag es! Wir sind alle Teil von politischen Entscheidungen. Vielleicht glaubst Du, dass deine Stimme alleine nicht beachtet wird – aber zusammen können wir viel erreichen.

Wir veranstalten eine Demonstration am 19.03. mit dem Motto „Fukushima und Tchernobyl mahnen Atomausstieg Weltweit!“

plakate_2016_pfad Auf eure Teilnahme freuen wir uns!

Mehr Informationen: 100 Gute Gründe gegen Atomkraft

http://100-gute-gruende.de/index.xhtml

 

(Deutsch-Übersetzung :  Matthias Krammel)

Protestival 2016 Nuclear, Democracy and Beyond

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Zwischen dem 5. Jahrestag von Fukushima (11.03.2016) und dem 30. Jahrestag von Tschernobyl (26.04.2016) organisieren wir unter dem Titel „Protestival“ eine Reihe von Veranstaltungen zum Themenkomplex „Atomenergie und Demokratie„.

Die beiden Super-GAUs sind noch lange keine Vergangenheit! Sie können sich jederzeit und überall wiederholen.

Wir nehmen die beiden Jahrestage zum Anlass, um uns erneut an die Gefahren der Atomenergie, an das Ausmaß und die andauernden Folgen von beiden Super-GAUs sowie die weltweit um die Kerntechnologie praktizierte Diskriminierung und Verletzung der Menschenrechte zu erinnern.

Diverse Events anläßlich der beiden Jahrestage von Fukushima und Tschernobyl (Kunst, Musik, Performance & Diskussion, Filmvorführungen, Fotoausstellung, Demonstration, etc.)

Mehr info ->>    www.protestival.de

SNB2016-fin

会津磐梯山リミックス2015

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Ihr könnt ab sofort die exklusiven Remixlieder von Aiizu-Bandaisan (ein Volkslied aus der Region Fukushima) anhören, die extra für die Kazaguruma Demo 2015 geschaffen wurden, Demo zum 4.  Jahrestag von der Fukushima-Katastrophe mit dem Motto „Vergesst Fukushima nicht!“,  die am 07.03.2015 in Berlin stattfand.   Erlebt die vielfältigen 14 verschiedenen Remixlieder!

https://sayonaranukesberlin.bandcamp.com/album/remix-for-fukushima

Unser großer Dank geht an die Musiker/Künstler, die freiwillig viel Zeit und Mühe für dieses Projekt investiert haben.  Vielen herzlichen Dank!

Sayonara Nukes Berlin

 

核のない未来へと希望をのせて「かざぐるまデモ」2015

3月7日、東京電力福島第1原発事故から4年が経つのを前にベルリンで反原発デモを行いました。
ドイツ人、日本人、韓国人、イスラエル人などベルリンに住む市民ら約700人が参加しました。
Anti-Atom-Berlin(アンチアトムベルリン)、NaturFreunde Berlin e.V(ナトゥアフロインデ)、ドイツの反原発、自然保護団体2団体との共催で行いました。
今回は「福島を忘れないで!」をテーマに、原発事故を風化させないこと、日本の原発再稼動・原発の海外輸出に反対するとともに、世界のすべての原発の早期廃炉と再生可能エネルギーへの転換を求めました。
核のない未来へとの希望をかざぐるまに象徴し、昨年に続き今年も「かざぐるまデモ」と名付けたデモ。前日まで雨が降っていましたが、見事に晴れ、かざぐるまが風を受け勢いよく回っていました。

Puppe’n Muckeのライブ演奏がはじまりの合図となり、ブランデンブルク門前に集まった人々の注目を浴びました。その後、ブランデンブルク門前を舞台にSayonara Nukes Berlinから梶川ゆうさんが開会のあいさつをし、「福島の原発事故はいつでもどこでも起こりえます。放射能まみれの地球を次世代に残してはいけません」と訴えました。
(あいさつ全文)
参加者は東日本大震災での犠牲者と世界中で放射能の被害に遭った人々に黙とうをしました。
福島県の民謡「会津磐梯山」に合わせてかんしょ踊りのレクチャーをした後、BodyPoetとTakushi&Friendsによるかんしょ踊りのダンスパフォーマンスが行われ、「Jetzt los!」(さぁ出発)の掛け声でデモが出発しました。
かんしょ踊りとは福島県会津地方に伝わる踊りで、他の反原発アクションシーンでも踊られています。
アンチアトムの横断幕「FUKUSHIMA HIROSHIMA NAGASAKI ATOMTOD STOPP 福島 広島 長崎 被曝死ストップ」(ママ)、女優の木内みどりさんから届いた横断幕「DON’T FORGET FUKUSHIMA」を先頭にデモは進んでいきました。
参加者は「会津磐梯山」のリミックス曲に合わせ、踊ったり、リズムにノったりしながらベルリンの中心街をデモ行進しました。
リミックス曲は公募し、ドイツ、フランス、イギリス、メキシコ、日本から15人のミュージシャン、DJからの応募がありました。そのうちの数曲をDJ SiSeNが演奏しました。
ひょっとこ、おかめ、きつねのお面を被ったり、和装をしたり、法被を着たりして踊る様子は観光客や道行く人々の目を引いていました。
最終地点Potsdamer Platz(ポツダマープラッツ)に到着後、日本で「のりこえねっと」(ヘイトスピーチとレイシズムを乗り越える国際ネットワーク)の共同代表をしている辛淑玉(シンスゴ)さんのあいさつがありました。
(全文)
Anti-Atom BerlinのBernd Lisekさんが閉会のあいさつをしました。
(全文)
最後はPuppe’n Muckeのライブ演奏で締めくくりました。
デモに参加した保育士のカタリーナ・ヴァルケンティンさん(26)は「原発事故は健康被害や環境破壊をもたらします。原発ではなく再生可能エネルギーに転換すべき。子どもの未来のためにも原発はなくすべきです」と話していました。

わたし自身、2回目の参加となる「かざぐるまデモ」。集会が始まる前にワークショップで作ったかざぐるまを参加者や観光客に渡していると、ブランデンブルク門を見に来た日本人観光客が参加しますとかざぐるまを受け取ってくれたり、かざぐるまを受け取ったスペイン語圏の観光客が「一体何をしているの?」と聞いてきて、説明するとわたしたちの主旨に賛同してくれたりと昨年より事前にデモを知らなかった人たちが関心を寄せてくれたようにじました。ライブがあったり、音楽が流れていたという雰囲気が飛び入りのデモへの参加をしやすくしたのではないかと思います。残念ながら東京電力福島第1原発事故を知らない外国の方もおり、時間の経過とともに特に海外では関心が薄れていきがちになってしまうことですが、世界の問題として、日本のみなさんとも連帯し、続けていくことが大切だと改めて感じました。

「かざぐるまデモ」やります! ”フクシマを忘れないで!”  かんしょ踊りで大行進 07.03.2015

Flyer (front)

Vergesst Fukushima nicht!“

Kazaguruma-Demo zum 4. Jahrestag von FUKUSHIMA

Sa. 07.03.2015,  ab 13:00 Uhr am Brandenburger Tor

Vier Jahre sind seit dem Super-GAU in Fukushima vergangen.  Leider scheint der große Atomunfall bereits in vielen Köpfen weltweit in Vergessenheit geraten zu sein, aber die  Katastrophe und schlimme Folgen sind gar nicht vorbei!

Deshalb wollen wir Sayonara Nukes Berlin gemeinsam mit AntiAtom Berlin und Naturfreunde Berlin zum 4. Jahrestag von FUKUSHIMA auf die Straße gehen. 

Wir wollen dadurch den Betroffenen in und um Fukushima und den japanischen Bürgern, die sich für die atomfreie Welt einsetzen, unsere Solidarität bekunden, aber auch hiesigen Bürgern daran erinnern, dass FUKUSHIMA keineswegs nur das Problem von Japan ist.

Kazaguruma (Windräder auf Japanisch)dürfen dabei nicht fehlen als Symbol für unsere gemeinsame Hoffnung auf eine atomfreie Zukunft.  Die Windräder werden wieder während der Demo verteilt. 

Dieses Jahr wollen wir „tanzend“ auf die Straße von Berlin gehen, begleitet von der traditionellen Musikfolklore aus Fukushima, zu der man heiter tanzt (der Tanz heißt „Kansho Odori“) .  Die Schritte sind einfach. Tanzt mit zum Remix der energischen Folklore, geht mit uns auf die Straße!

http://kazagurumademo.de/

Was ist “ Kansho-Odoi“?  So siehts aus =>  https://www.youtube.com/watch?v=ofDNxVGFpC0

Demo-Route

DemoMap

かざぐるまデモ2014 “Kazaguruma-Demo 2014” gegen Atomkraft in Berlin

_TY1476328. März in Berlin war gutem Wetter und Sonnenschein. Wir haben unsere Anti-Atom-Demonstration mit Anti-Atom-Demonstration in Fukushima in Japan gesolidaritätet.

Wir haben vorge einen offenen Brief an Premierminister von Japan Shinzo Abe an Deutschland stehen japanischen Botschaft in Zusammenarbeit mit Anti-Atom-Berlin vor der Demonstration. 20 Umweltgruppen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens von 47 Menschen, die in Berlin vereinbarten unterzeichneten einen offenen Brief.

Offenen Brief mit

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Wir haben in Zusammenarbeit mit Anti-Atom-Berlin e.V.,Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V. und Naturfreunde Berlin. Wir rufen “ Kazaguruma-Demo (Windrad-Demo)“, die Anti-Atom-Demo in Berlin gemacht. Auch ca.1000 Bürger und Bürderinnen (Journalisten Untersuchung) wurde gelb auf den Platz des 18.März am Brandenbruger Tor gefärbt. Windrad ist ein Symbol auf der Gesellschaft ohne Atomkraft.

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Fukushima Daiichi AKW war drei Jahren nach der Katastrophe. Bürgerinnen und Bürger, die sich versammelt, wurde der Windrad und denken Purakato mitgebrach.

Mad World Dance war eine Cabaret über die Olympischen in Japan zu gespielt.

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Eisuke Matsui der Direktor der Umweltmedizin Gifu Research Institute of Japan hat am Potsdamer Platz geredet.

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〝2 Dinge waren schon immer Klar:     2つの物事はずっと明確だった
1.Atomkraft ist sicher und            1.原発は安全で
2.Die Erde ist eine Scheibe″          2.地球は平らである

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Eine japanische Musikerin Manami N. Sagte: Genpatu Hantai! (Gegen Atom-Kraft)

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Ein japanisch Kunstrer Chuu hat die „Brille der Windrad“ aufgesetz. taz(Die Tageszeitung) hat vor 2 Tagen den Artikel über diese Windrad Demonstration mit seinen Illustrationen beigtragen.

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Wir wollen eine Windrad Demonstration fortsetzen.

Kazaguruma Demo 2014

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News Medien

rbb http://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/20140308_1930/nachrichten-eins.html

NHK http://www3.nhk.or.jp/news/html/20140309/k10015828031000.html

Jiji http://www.jiji.com/jc/c?g=eco_30&k=2014030800377

taz (Die Tageszeitung) etc

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Foto:Tsukasa Yajima

Tanzvideos:Frank Doellinger (B-Boy Rain)

Demo-Video:Sigrid Oberer

安倍総理大臣宛の公開書簡を提出して来ました!

vor der japanischen Botschaft in Berlin

Sayonara Nukes Berlin und Anti Atom Berlin haben am 07.03.2014 einen offenen Brief an japanischen Premierminister Shinzo Abe überreicht.

In den Brief stellen wir  folgende Forderungen an Sie und die japanische Regierung:

  • Verzicht auf die Wiederinbetriebnahme aller Atomkraftwerke (AKWs) sowie auf den Bau neuer AKWs in Japan, das heißt den konsequenten Ausstieg aus der Atomenergie,
  • Kein Export von Atomtechnologie,
  • Stilllegung der Wiederaufbereitungsanlage und des Schnellbrüters „Monju“,
  • Beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien und Investitionen in Energieeffizienz,
  • Verantwortungsvolle und effektive Maßnahmen, um die weitere Verseuchung in und um Fukushima zu verhindern, insbesondere auch um den weiteren Zufluss von Radioaktivität in den Pazifik endlich zu stoppen (einschließlich der Inanspruchnahme internationaler Hilfe),
  • Finanzielle Unterstützung für umsiedlungswillige Menschen, vor allem Familien mit Kindern, aus dem verseuchten Gebiet,
  • Keine staatlichen Anreize für die Rückkehr in die verseuchten Gebiete, auch nach der Dekontamination,
  • Strenge Kontrollen für die Umsetzung der angemessenen Entschädigungen durch TEPCO,
  • Unterstützung für die Betroffenen der Atomkatastrophe von Fukushima, z.B. durch die schnelle inhaltliche Konkretisierung des Versorgungsgesetzes, sowie häufigere Gesundheitsuntersuchungen und Behandlungen der Betroffenen, vor allem von Kindern und Liquidatoren (inklusive psychischer Erkrankungen),
  • Strenge Kontrollen für die angemessene Bezahlung der Liquidatoren von Fukushima-Daiichi und der Dekontaminationsarbeiter, inkl. der noch in den AKWs arbeitenden Leiharbeiter, um deren Ausbeutung auszuschließen,
  • Eine der Gefährlichkeit entsprechende Behandlung und Lagerung des Atommülls bei und nach den Aufräum- und Rückbauarbeiten am AKW Fukushima-Daiichi,
  • Beseitigung und sichere Lagerung der provisorisch gelagerten kontaminierten Erd- und Schuttmassen einschließlich deren Asche,
  • Eine transparente Informationspolitik und die Rücknahme des Geheimhaltungsgesetzes betreffend alle Atomkraftangelegenheiten.

47 Personen und 20 Organisationen haben den offenen Brief mitunterzeichnet.

Offener_Brief_an_Premierminister_Abe_07032014

2014年3月8日かざぐるまデモ@ベルリン

Kayaguruma_A5-1

Aufruf zur Kazaguruma-Demo zum 3. FUKUSHIMA Jahrestag

Am 08. März 2014 (Sa.), ab 13:00 Uhr
Vom Brandenburger Tor (Platz des 18.März am Brandenbruger Tor) bis zur japanischen Botschaft

Map3Programm2

Zum 3. Jahrestag der FUKUSHIMA-Katastrophe wollen Sayonara Nukes Berlin, Anti-Atom Berlin, Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V. und NaturFreunde Berlin e.V. gemeinsam mit Euch gegen Atomkraft demonstrieren.
Kommt zahlreich zu unserer Demo und bringt ein KAZAGURUMA („Windrad“ auf Japanisch) mit. Bastelt Euch selbst eins, wir verteilen auch welche auf der Demo.

Warum „Kazaguruma“?
Das Windrad symbolisiert die Energiewende.
Wir wollen keine gefährlichen Energiequellen mehr haben. Wir wollen keine Angst mehr haben, dass gesundheitsschädigende Partikel unsere Atemluft dauerhaft belasten. Wir wollen unsere zukünftige Energie selbst bestimmen und dies öffentlich zeigen. Unser Windrad dreht sich fröhlich und unermüdlich. Kommt starker Gegenwind, dreht es sich sogar noch schneller. Wir wollen unseren Kindern erneuerbare Energie weitergeben.

Bastel dir ein Windrad!

Zum Anlass dieser Demo überreichen wir dem Premierminister Japans einen offenen Brief.

Wir bitten um Eure Unterstützung! Eine klare und laute Stimme aus Deutschland ermutigt die Anti-Atomkraft-AktivistInnen in Japan, die sich in einem harten Kampf befinden. Zeigen wir der japanischen Regierung, dass FUKUSHIMA eine internationale Angelegenheit ist. Lasst uns die Menschen sowohl in Deutschland als auch in Japan daran erinnern, dass FUKUSHIMA längst nicht vorbei ist!

Wir freuen uns auf Euch am 8. März 2014!

Wer mehr über unsere Demo erfahren will und als Organisation oder öffentliche Person unseren offenen Brief an die japanische Regierung unterstützen will, kontaktiert uns bitte.

Facebook Event-Seite https://www.facebook.com/events/288800657933740/

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■Sayonara Nukes Berlin
 http://sayonara-nukes-berlin.org/
■Anti-Atom Berlin
 http://www.antiatomberlin.de/en/
■Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V.
 http://www.ag-schacht-konrad.de/
■NaturFreunde Berlin e.V.
 http://www.naturfreunde-berlin.de/